Was kannst du tun, wenn du als Alleinerziehende überfordert bist?
Es würde wohl niemanden wundern, da du als alleinerziehende Singlemama praktisch 24 Stunden, sieben Tage die Woche von einem kleinen Menschlein in Beschlag genommen wirst. Weil Kinder nicht immer nur ein Bündel voller Spaß und Freude sind und durchaus ein wenig Arbeit machen, kann diese Dauerbereitschaft als Mama schonmal an die Substanz gehen.
Meistens ist das eine Folge von zu viel Stress im Alltag, wenn die alleinige Verantwortung für ein Kind (oder mehrere) und das Jonglieren zwischen Job, Haushalt und Erziehung aus dem Gleichgewicht gerät.
Stress kann also eine echte Spaßbremse sein und für ernsthafte Gesundheitsprobleme sorgen. Besonders gefährdet: Alleinerziehende.
Doch muss Stress zwangsläufig auch bei denjenigen zu einem erhöhten Gesundheitsrisiko führen, die sich freiwillig für den Weg als Alleinerziehende und Alleinverdienende entschieden und ihren Weg sorgfältig vorbereitet haben?
Und falls ja: Was kannst du tun, damit du diesem Kreislauf entkommst?
Alleinerziehende in Deutschland: eine Mini-Statistik
Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, habe ich eine Robert Koch-Studie aus dem Jahr 2017 hervorgekramt, die im Journal of Health Monitoring Monitoring unter dem Titel “Gesundheit von alleinerziehenden Müttern und Vätern in Deutschland” zusammengefasst wurde.
Die Studie bedient sich der Analysen von Gesundheit in Deutschland aktuell (GEDA) aus den Jahren 2009, 2010 und 2012, in der u.a. alleinerziehende Frauen und Männer zwischen 18 und 59 Jahren ins Visier genommen wurden, die sich mit mindestens einem eigenen Kind unter 18 Jahren gemeinsam einen Haushalt teilen.
Zunächst ein paar Zahlen zur Einstimmung: 2017 leben in Deutschland laut Mikrozensus 1,36 Millionen alleinerziehende Mütter (16,6%) und 190.000 alleinerziehende Väter (2,3%). Das entspricht 18,9% Alleinerziehenden in ganz Deutschland, Tendenz steigend.
Schaut man sich an, welchen Bildungsstand und Erwerbsstatus die (in der Regel) ungeplanten und unfreiwilligen Solomamas und -Papas haben, ergibt sich für das Jahr 2017 die folgende Verteilung:
Bildungsgrad von Alleinerziehenden (0,3% der Befragten haben keine Angaben hierzu gemacht):
- 21,7%: niedriger Bildungsstand
- 57,6%: mittlerer Bildungsstand
- 20,4%: hoher Bildungsstand
Erwerbsstatus von Alleinerziehenden:
- 73,6%: erwerbstätig (davon 34,2% Vollzeit, 37,2% Teilzeit, 2,2% in Mutterschutz/Elternzeit)
- 5,6%: erwerbslos
- 20,7%: nichterwerbstätig (z.B. Schüler/innen, Auszubildende, Studierende)
So steht’s um die Gesundheit von Alleinerziehenden
Mit dieser Statistik können wir aber noch nicht allzu viel anfangen. Schließlich geht es darum, wie es um die Gesundheit von Alleinerziehenden bestellt ist.
Zunächst ein paar beruhigende Ergebnisse:
Deswegen wurden die genannten Faktoren in der Studie nicht näher beleuchtet.
Allerdings fielen den Forschern andere Parameter innerhalb der Gruppe der Alleinerziehenden auf, die von dieser als mittelmäßig oder besonders schlecht eingestuft wurden: Einschätzungen zum allgemeinen Gesundheitszustand, zu Depressionen, Rückenschmerzen, Adipositas, zum Rauchen, zur sportlichen Inaktivität sowie zur Nicht-Inanspruchnahme von Zahnvorsorgeuntersuchung. Die Resultate dieser Analyse werden in der folgenden Tabelle dargestellt.
Was sagen uns die vielen Zahlen? Sie zeigen auf, wie gesund alleinerziehende Mütter und Väter im Vergleich zu in Partnerschaft lebenden Eltern sind bzw. leben. Das Journal of Health Monitoring folgert:
Besonders ins Gewicht fällt bei Singlemamas, neben einer höheren Anfälligkeit (viel) zu rauchen, die Wahrscheinlichkeit eine Depression zu entwickeln.
Die folgende Tabelle veranschaulicht, “dass die Wahrscheinlichkeit einer Depression bei alleinerziehenden Müttern, die nicht erwerbstätig sind oder nur eine geringe soziale Unterstützung erhalten, deutlich höher ist als in den anderen Subgruppen”.
Nach Auswertung der Ergebnisse und Befragungen von Alleinerziehenden, kommt die Robert-Koch-Studie zu folgendem Ergebnis:
Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings auch, dass es eben nicht den einen Typ Alleinerziehende gibt, sondern diese Gruppe bunt gemischt sein kann. Die gesundheitliche Lage von Singlemamas und -Papas variiert mit dem sozioökonomischen Status, der Erwerbstätigkeit und dem Grad der sozialen Unterstützung.
Auch wenn betont werden muss, dass “diese sozialen Ressourcen bei Alleinerziehenden nicht grundsätzlich anders als bei Eltern [sind], die in Partnerschaften leben.
Grund zur Besorgnis auch für dich?
Bist du auch gefährdet, an einer Depression zu erkranken oder (plötzlich) Kettenraucherin zu werden?
Nicht unbedingt, denn du gehörst zu einer anderen Kategorie Solomamas.
Folgt man reinen Statistiken, die das Familienmodell der Single Mom by Choice näher beleuchten, könnte man dich folgendermaßen beschreiben:
Du bist zwischen Anfang 30 und 40, gut ausgebildet, hast einen festen Job und stehst finanziell auf sicheren Beinen. Du konntest bereits ein soziales Netzwerk aufbauen und fühlst dich emotional und körperlich bereit dafür, ein Kind ganz alleine großzuziehen.
Auch wenn es nicht dein Plan A war, alleinerziehende Mutter ohne Partner zu werden, hast du diesen Weg ganz bewusst gewählt, nachdem klar wurde, dass es keinen Mann gibt, der die Familiengründung mit dir angeht. Alles in allem fühlst du dich gut gewappnet.
Und wenn man der Studie weiter folgt, ist dein gesundheitlicher Zustand nicht gefährdeter als der von “klassischen” Müttern, da es keine konfliktbehaftete Beziehung oder Trennung gibt, die einen negativen Einfluss auf dich haben könnte.
Damit das auch so bleibt und du (fast) immer genügend Kraft für die Herausforderung hast, alleine ein Kind großzuziehen, habe ich für dich 5 Tipps zusammengestellt, wie du dein Leben einfacher und besser organisieren kannst. Und das alles, ohne auf deine eigenen Bedürfnisse verzichten zu müssen.
In diesem Beitrag habe ich mich ja bereits mit den 9 Fragen beschäftigt, die du dir beantworten solltest, bevor du planst alleinerziehende Mama zu werden.
Die folgenden Power-Tipps lehnen sich daran an.
1. Drei Worte: Hol! Dir! Support!
“Oma. Unersetzlich! 47 Prozent der Alleinerziehenden lassen ihre Kinder regelmässig [von den Großeltern] betreuen. Als Krippen- und Babysitter-Ersatz. Das erspart Ausgaben und Bittebitte-Machen bei Nachbarn und Bekannten. […] Oma sorgt mit dafür, dass die Kinder weiterhin überzeugt sind: «Familie ist da, wo es warm und sicher ist.»” (Mehr davon gibt’s hier)
Gerade in den ersten Wochen als Mama fand ich es wunderbar, mich bekochen zu lassen, dass sich jemand um meinen Haushalt gekümmert (Danke, Mama!) oder mir beim Aufbau von Kinderbett und Wickelkommode geholfen (toll, eine Schwester zu haben) hat.
Auch wenn du dich bewusst für den Weg als alleinerziehende Mama entschieden hast, musst du nicht alles alleine schaffen. Ganz besonders dann nicht, wenn du mal einen Durchhänger hast oder du dich – wie eben bei mir – (von der Geburt deines Kindes) erholen möchtest.
Bist du es gewöhnt, immer für alles alleine verantwortlich zu sein, kann es schon ein echter Über-den-eigenenen-Schatten-Sprung sein, bei anderen mal anzuklopfen und um Hilfe zu bitten. Oftmals mag es dir einfacher vorkommen, weiterhin alles alleine zu wuppen. Insbesondere wenn es recht aufwändig erscheint, andere erstmal “einzuweisen” oder “anzuleiten”.
Aber hast du nicht auch schonmal jemandem geholfen und hattest danach ein Good-Karma-Gefühl? Ganz ähnlich wird es bei den Unterstützern aus deinem Freundes- und Familienkreis auch sein. Jeder, der dir von sich aus Hilfe anbietet oder “ja” sagt, wenn du eine helfende Hand benötigst, macht es vielleicht auch ein kleines bisschen für sich selbst. Fürs gute Gefühl, für jemanden da zu sein. Für den Wunsch, dass das Hilfsangebot (bei Bedarf) auch umgekehrt funktioniert.
2. Routine rockt!
Es klingt wahnsinnig abgedroschen, vielleicht sogar ein bisschen öde und langweilig. Aber: Routine ist mein Held!
Vor meiner Zeit als Alleinerziehende habe ich zwar auch keine allzu exotischen Experimente in meinem Leben gewagt, aber ob ich um 18h oder erst um Mitternacht schlafen gegangen bin oder ob ich tagsüber überhaupt das Haus verlasse, habe ich immer nur mit mir ausmachen müssen.
Jetzt bin ich in vielen Bereichen schön langweilig geworden. Das gibt meinem Kind Sicherheit und Vertrauen. Die Mama ist berechenbar, und ich kann mich auf sie verlassen.
Es macht auch mein eigenes Leben etwas leichter, weil mein Sohn weiß, dass bestimmte Vorgänge nach Schema F ablaufen, wodurch er sie (meistens) akzeptiert.
Ein “gelungenes” Beispiel aus unserem Alltag, in der sich Routine bzw. positiv formulierte Regeln bewährt haben: In “Beißphasen” meines Juniors, in denen er anfangs vor keiner Körperstelle Halt gemacht hat, die ihm in Bissnähe kamen, biete ich ihm stattdessen ein Kissen oder eine Decke an, an denen er sich austoben kann. Fängt er also an, mich anzuknabbern, hält er inzwischen selbst inne, sagt “nein” und weicht auf das nächstbeste Stoffstück aus. Was gerne mal mein Pulli oder meine Hose ist.
Ein anderes Ritual ist das Anziehen, bevor wir die Wohnung verlassen. Sobald ich sein Triggerwort “raus” sage, wird er ganz aufgeregt, stellt mir meine Schuhe hin und versucht, den Buggy hochzuheben. Es hat eine Zeit gedauert, bis er akzeptiert hat, dass ich uns beide vorher komplett anziehen muss, weil ihm das nicht schnell genug ging. Doch inzwischen kann er sich gedulden, bis er und ich startklar sind, ohne dass er sich dabei auf den Boden wirft und frustriert weint.
Dafür klappt folgendes nicht so gut bei uns: Leider, leider habe ich es mit dem Zähneputzen nicht so genau genommen. Auch wenn mein Sohn schon mit dreieinhalb Monaten seine ersten Zähne hatte, dachte ich mir, ich könnte mir Zeit lassen mit der Putzerei. Mittlerweile ist es so, dass ich es nicht mal schaffe, die Zahnbürste in seine Gesichtsnähe zu navigieren, da er direkt anfängt sie wegzustoßen und ohrenbetäubend schreit. Das ist Stress in kleinem Rahmen, aber er belastet die Situation. Und zwar so sehr, dass mein Sohn es gar nicht einsieht, warum die Mama plötzlich mit diesem Schrubber rumhantiert, wenn sie davon selbst nicht überzeugt ist.
Würde es mehrere dieser Situationen geben, wäre ich sicherlich nicht halb so geduldig meinem Kind gegenüber. Ich würde bestimmt viel mehr meckern und hätte ein deutlich angeschlageneres Nervenkostüm.
Deswegen bin ich froh, dass wir zumindest für die meisten erforderlichen Situationen einen Routine-und-Regel-Rahmen haben, der auch befolgt wird.
3. Beziehungspflege mit deinem Kind
Die Beziehung zu deinem Kind hat einen enorm großen, wenn nicht gar DEN größten Einfluss, auf sein Verhalten, auf Entscheidungen, darauf wie es die Welt sieht und mit anderen umgeht.
Dein Kind möchte dir gefallen, möchte sich mit dir verbinden – selbst wenn es das nicht immer zeigt.
Du tust dir und deinem Kind also einen großen Gefallen damit, wenn du dafür sorgst, dass eure Beziehung eng und stark ist. Du musst nicht die beste Freundin deines Kindes werden, aber du solltest darauf achten, das kostbare Band zwischen euch zu pflegen.
Verbringe viel Quality-Time mit deinem Kleinen. Sei also wirklich präsent, wenn ihr zusammen seid. Ich kenne es von mir, dass ich gerne mal am Handy herumdoktore, wenn mein Sohn im Gras nach Ameisen sucht oder auf dem Spielplatz umhertollt. Und es ist ja auch nicht so, dass Kinder sich nicht auch (mal) mit sich selbst beschäftigen sollen.
Aber jedes Mal, wenn ich nicht wirklich dabei bin, wenn er etwas Neues entdeckt – Papier in Mülleimer werfen, Wäsche in die Trommel stopfen – oder mir zum zigsten Mal dasselbe Kunststück zeigt – Deckel auf und zu, Hocker hoch- und runterklettern – merke ich ihm seine Enttäuschung an. Und das ist meistens das sichere Zeichen für mich, dass ich mich mit irgendeiner Belanglosigkeit – eben mit besagtem Handygestöbere – beschäftige.
Tauche ich wieder auf aus meiner (virtuellen) Welt und gebe meinem Kind die Möglichkeit, dass er Kontakt zu mir aufnehmen kann – egal ob er sie nutzt oder nicht -, beschäftigt er sich dadurch oft viel länger mit etwas ganz alleine. Fast so als würde er wissen, dass ich für ihn da bin, auch wenn ich nur auf der Schaukel sitze und ihm beim Spielen zuschaue.
Da kann man sich auch als Erwachsener hineinversetzen, denn wer möchte schon gerne von einem Menschen, zu dem man eine so enge Bindung hat, ignoriert werden?!
4. Have Fun!
“Lachen. Nicht vergessen! Das Positive an einer gemütlichen Mutter-Kind-WG sehen. Ab und an ausgehen. Eine gute Mutter ist eine Mutter, der es gut geht.” (Mehr davon gibt’s hier)
Eine Familie zu sein bedeutet auch, gemeinsam zu lachen, Spaß zu haben, sich zu amüsieren – eventuell sogar über andere, wenn das Kind etwas älter ist. Das verbindet. Kennst du ja vielleicht, wenn deine beste Freundin und du im Plappermodus seid.
Ganz bestimmt freut sich dein Kind, wenn du dir regelmäßig Zeit nimmst, um gemeinsame Dinge zu unternehmen, die euch beiden gefallen. Von Fahrradausflügen, über Picknicktouren bis hin zu Kissenschlachten, Fangen und Verstecken.
Das Tolle ist: Du musst dich nicht immer ernst nehmen, kannst auch mal die Spielesau rauslassen und so richtig schön albern sein. Das ist Balsam für eure Beziehung, denn Lachen steckt an. Und Ansteckung ist hier tatsächlich mal etwas Gutes.
5. Nimm’ dir Zeit für dich
“Zwei Stunden ohne das Wort «Mama» sind für Alleinerziehende in etwa vom gleichen Erholungswert wie für andere zwei Wochen Thalasso-Therapie samt Heubad. Daher empfehlenswert: «Mama!»-freie Sportstunden belegen. Devise: Tiefenentspannung und Taille.” (Mehr davon gibt’s hier)
Zeit für dich klingt ein wenig nach negativem Egoismus. Aber was es eigentlich heißen soll ist: Du musst dir selbst dein bester Freund sein, weil du alleine eine Familie führst. Einen Partner gibt es bei dir nicht.
All deine persönlichen Gefühle, Stimmungen und deine komplette Energie gehen ungefiltert auf dein Kind über. Bist du unausgeschlafen, unausgelastet und einfach mal muksch, wird es nicht lange dauern, bis dein Kind diese Atmosphäre aufsaugt.
Deswegen schaue auf dich, dass du dich gesund ernährst, genügend schläfst und auch sonst ausreichend für dich machst.
Leichter gesagt als umgesetzt, denkst du dir vielleicht. Aber es gibt sie, die – wenn auch winzig kleinen – Zwischenräume, in denen du dich ausschließlich um dich kümmern solltest. Schon ein fünfminütiges Bad kann wahre Wunder wirken.
Und wenn dein Kleines in der Obhut einer anderen Vertrauensperson ist – bei mir sind das aktuell die Betreuer in der Kita – kannst du guten Gewissens zur Ruhe kommen. Ich könnte in der Zeit natürlich auch mal aufräumen, abwaschen oder andere unerfreuliche Tätigkeiten im Haushalt hinter mich bringen. Aber dafür ist auch noch Zeit, wenn mein Kleiner dabei ist. Oder wenn ich meine kurze Auszeit schon gehabt habe.
Was ich besonders im ersten Jahr gemerkt habe, als mein Sohn noch viel abhängiger von mir war: Ich kann ihm nicht als entspannte Mama zur Seite stehen, wenn ich so gar nicht auf meine eigenen Bedürfnisse eingehe und meine Batterie immer auf Sparflamme läuft oder ganz verbraucht ist.
Auch wenn es nicht immer sofort klappt mit der Me-Time, genügt es mir manchmal “nur” tief durchzuatmen, aus dem Raum zu gehen oder ein Stück Schokolade zu essen. Ja gut, eine Tafel. Aber worauf es eigentlich ankommt: Nachdem ich mich selbst zur Priorität gemacht habe, bin ich gleich viel ausgeglichener und habe wieder richtig Energie und Lust, Zeit mit meinem Sohn zu verbringen.
(Letztes Update 6. November 2024)
Guten Morgen,
vor einigen Tagen bin ich auf deine Seite gestoßen und verschlinge deine Themen regelrecht.Erstmal ein großes Dankeschön für deine Offenheit! Es ist toll, so authentisch über das Thema Solomama zu lesen.
Ich bin 31 Jahre alt und überlege schon seit 3 Jahren Solomama zu werden.
Meine Frage: Hast du irgendwann an der Entscheidung gezweifelt, Solomama zu werden? Hat dir zu bestimmten Zeiten ein Partner gefehlt?( z.B.Ultraschalltermine) und wer hat dich während der Geburt begleitet?
Ganz liebe Grüße Moni
Hallo liebe Moni,
ich freue mich über deine Nachricht und dass dir meine Seite gefällt.
Gerne möchte ich dir deine Fragen beantworten:
1. Nein, meine Entscheidung habe ich zu keinem einzigen Zeitpunkt bereut. Man muss hierzu aber auch sagen, dass ich – wie der Großteil der Single Moms by Choice – ein sehr unterstützendes Umfeld habe. Das bezieht sich nicht zwangsläufig auf Hilfe vor Ort, sondern hauptsächlich auf die emotionale Unterstützung. Hätte ich das nicht, wäre ich vermutlich schon öfter mal an einem Punkt angelangt, an dem es mir zu viel wäre. Aber auch dann hätte ich diese Entscheidung, alleine Mama zu werden, sicherlich nicht bereut.
2. Ein Partner gefehlt hat mir bislang auch nicht. Natürlich wäre es einfacher, wenn man Aufgaben auch mal auf anderen Schultern verteilen kann. Etwa, wenn man selbst krank ist oder einfach gerne etwas Zeit für sich hätte. Aber nur dafür einen Partner zu haben, wäre auch dem Mann gegenüber nicht ganz fair. Zu den Ultraschallterminen kam meine Schwester meistens mit und bei allen anderen Terminen habe ich direkt im Anschluss mit Freunden und meiner Familie darüber gesprochen. Somit habe ich mich dabei auch nie alleine gefühlt.
3. Während der Geburt war meine Schwester für mich da. Die ersten Tage danach kam meine Mama zu mir, und dann ging es erstmal ein paar Wochen zu meinen Eltern, um das Wochenbett ein wenig entspannt zu verbringen. Ich kenne aber auch viele Frauen, die nach der Geburt komplett alleine waren und es trotzdem wunderbar gemeistert haben.
Falls du noch mehr wissen möchtest, melde dich gerne.
Bis dahin viele Grüße und einen schönen Wochenstart
Hanna
Hallo Hanna, danke für diesen tollen Blog. Ich wohne in Berlin und bin ebenfalls Single-Mama. Habe mir 2015 den ersten Kinderwunsch mit Hilfe eines privaten Spenders erfüllt und erwarte im April diesen Jahres das 2.Baby von ihm. Es gibt einen losen Kontakt zwischen dem Spender und mir und die Kinder dürfen ihn natürlich kennenlernen, aber keiner von stellt Ansprüche an den Anderen. Ich war 30 und schon seit Jahren Single als ich mich entschlossen habe, diesen Weg zu gehen und habe ihn nicht bereut – auch wenn es sehr anstrengende Phasen gab, weil ich keine Familie vor Ort habe, die mal entlasten kann. Liebe Grüsse aus Berlin. Cyn